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Die Haftung des Arbeitnehmers – wofür haften Angestellte und welche Versicherungslösungen gibt es?

Ausgangssituation

Jeder Arbeitnehmer haftet grundsätzlich für einen von ihm verursachten Schaden nach § 276 BGB, wenn er vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt hat.

Zur Haftungsbegrenzung für Arbeitnehmer bei der Ausführung der ihnen übertragenen Aufgaben hat das Bundesarbeitsgericht Grundsätze aufgestellt, die bei einer

Schädigung des Arbeitgebers durch den Arbeitnehmer greifen.

Der Arbeitnehmer haftet regelmäßig nicht, wenn Schäden durch einfache oder leichte Fahrlässigkeit entstanden sind. Hier lautet der Grundsatz, dass der Arbeitnehmer nicht für leicht entschuldbares Handeln haften soll.

Hat der Arbeitnehmer einen Schaden mit mittlerer Fahrlässigkeit verursacht, wird unter Berücksichtigung der Umstände der Schaden zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt. Dabei werden von den Gerichten jedoch u. a. folgende Aspekte berücksichtigt:

  • Bestehen einer Versicherung über den Arbeitgeber
  • Einkommenshöhe und persönliche Lebensumstände des Arbeitnehmers
  • Höhe des Schadens
  • die Gefahrgeneigtheit der Tätigkeit – je höher die Gefahr ist, dass bei der von dem Arbeitnehmer ausgeübten Tätigkeit ein Schaden eintritt, desto geringer haftet der Arbeitnehmer
  • die Arbeitsbelastung des Arbeitnehmers
  • das Vorverhalten des Arbeitnehmers
  • ein Mitverschulden des Arbeitgebers

Die Haftung des Arbeitnehmers kann auf ein oder mehrere Bruttomonatsgehälter begrenzt werden.

Bei grober Fahrlässigkeit (wenn die im Verkehr erforderliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße verletzt wurde) wird in der Regel ein höherer Schadensersatz vom Arbeitnehmer gefordert, bei vorsätzlich verursachten Schäden haftet der Arbeitnehmer voll für den Schaden.

Für verursachte Personenschäden gelten besondere Regeln. Bei Personenschäden, die ein Arbeitnehmer einem nach den §§ 2-6 SGB VII versicherten Personenkreis durch einen Unfall zugefügt hat, der bei einer versicherten Tätigkeit eingetreten ist, greift die gesetzliche Unfallversicherung ein.

Bei dem versicherten Personenkreis nach den §§ 2-6 SGB VII handelt es sich in erster Linie um die bei dem Unternehmen beschäftigten Personen, also um Arbeitskollegen, aber auch um Personen, die wie Beschäftigte behandelt werden.

Sonderfall „Leitende Angestellte“

Für leitende Angestellte gibt es keine einheitliche gesetzliche Definition. Sie übernehmen im wesentlichen Arbeitgeberbefugnisse wie z. B. Einstellungs-/Entlassungsbefugnisse, haben Handlungsvollmacht/Prokura und/oder eine sonstige unternehmerische Funktion.

Aufgrund der verantwortungsvollen Aufgabe leitender Angestellter ist dieser Personenkreis höheren Haftungsgefahren ausgesetzt. Die Folge einer Pflichtverletzung kann gravierende Auswirkung auf den Angestellten oder leitenden Angestellten/Prokuristen haben und ihn in den finanziellen Ruin führen.

Wie können Angestellte sich versichern?

Sehr gute Privathaftpflichttarife versichern mittlerweile Haftpflichtansprüche von Arbeitskollegen und Arbeitgebern bei Sachschäden.

In den Deckungskonzepten max-PHV der PHÖNIX Schutzgemeinschaft ist die gesetzliche Haftpflicht des Versicherungsnehmers aus beruflichen, dienstlichen bzw. amtlichen Tätigkeiten für unmittelbar den Arbeitskollegen bzw. dem Arbeitgeber/Dienstherrn zugefügte Sachschäden mitversichert.

Die Höchstersatzleistung je Versicherungsfall beträgt im Tarif max-PHV Premium 1.000.000 Euro und im Tarif max-PHV Plus 2.500 Euro. Der Tarif max-PHV Premium ist in der Familienvariante ab 69 Euro jährlich über MAXPOOL abschließbar.

Darf es etwas mehr sein?

Die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung der ALLCURA Versicherungs-AG aus Hamburg umfasst die Freistellung des Versicherungsnehmers von berechtigten Schadenersatzansprüchen auf Ersatz eines unmittelbaren Vermögensschadens wie auch die Kosten der Abwehr unberechtigter Schadenersatzansprüche.

Diese Vermögensschadenhaftpflichtversicherung für den Arbeitnehmer ist insbesondere eine interessante Absicherungsmöglichkeit für leitende Angestellte, z. B. Prokuristen.

Die Wahl der Versicherungssumme kann nur der Versicherungsnehmer subjektiv für sich entscheiden, die Absicherung der eigenen Vermögenswerte sollte bei der Beantwortung im Vordergrund stehen.

Für leitende Angestellte kosten 150.000 Euro Versicherungssumme 297,50 Euro Jahresprämie, für normale Angestellte 222,53 Euro.

Die ALLCURA bietet in ihrem Tarif eine unbegrenzte Nachhaftung. Für Schäden vor Vertragsbeginn besteht die Möglichkeit zum Abschluss einer Rückwärtsversicherung.

Wichtiger Hinweis

Angestellte Geschäftsführer können diesen Tarif nicht abschließen. Diese können bei der ALLCURA eine persönliche Unternehmensleiterdeckung versichern („private D&O“).

Veröffentlicht am 05.11.2021

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