BDVM: Wirrwarr bei Paragraf 34 auflösen

Die Aufteilung der 34f-Vermittler in unterschiedliche Kategorien hat nach Ansicht des BDVM nicht mehr Verbraucherschutz gebracht. Der Verband plädiert für ein anderes Modell.

Für mehr Vereinfachung beim „aktuellen Berufswirrwarr aus Paragraf 34 Gewerbeordnung“ setzt sich Dr. Hans-Georg Jenssen, geschäftsführender Vorstand des Bundesverbandes Deutscher Versicherungs-Makler (BDVM), ein. „Das Auffächern in zig unterschiedliche Vermittlertypen hat nicht die erhoffte Klarheit gebracht und kann kaum als Verbraucherschutz bezeichnet werden“, sagte der Jurist auf einer Fachveranstaltung des Verbandes letzte Woche in Hamburg.

Vielfach müsste selbst Gewerbekunden bei jeder Geschäftsanbahnung immer wieder erklärt werden, was Makler im Unterschied zu anderen Vermittlertypen für den Kunden tun und auf wessen Seite sie stehen. „Der BDMV plädiert bereits seit zehn Jahren und nun erst recht für ein Modell nach österreichischem Vorbild“, erklärte Jenssen. Das unterscheide ausschließlich danach, ob ein Vermittler im Lager des Kunden oder im Lager des Versicherers/Produktgebers steht.

Unabhängigkeit nicht mit Vergütung vermengen

Der Verband hatte schon früher klargestellt, dass die Verknüpfung der Vergütung mit Fragen der unabhängigen Beratung zu abstrusen Ergebnissen führt – auch im Vergleich mit anderen Berufsgruppen. Verliert etwa ein Rechtsanwalt seine Fähigkeit zur unabhängigen Beratung gegenüber seinem Mandanten, wenn nach erfolgreichem Zivilverfahren oder bei Freispruch im Strafverfahren vom jeweiligen Gegner seine Gebühren bezahlt bekommt? Ist ein Arzt nicht mehr den Interessen seines Patienten verpflichtet, wenn ihn eine Krankenkasse bezahlt?

„Die Verknüpfung der Vergütung mit der Frage der Unabhängigkeit ist deshalb aus unserer Sicht ein grundlegend falscher Ansatz“, hatte Jenssen bereits 2012 in Vorbereitung der IDD-Richtlinie gesagt. Schon damals wies der BDVM auf die Verfahrensweise in Österreich hin, wo das Versicherungsaufsichts- und Versicherungsvertragsrecht dem in Deutschland vergleichbar sind. Beim „Österreichischen Modell“ darf der Versicherungsmakler den Kunden sowohl gegen Courtage beraten und den Versicherungsvertrag vermitteln als auch diese Tätigkeiten gegen Honorar oder einer Kombination der beiden Vergütungsformen ausüben. Das diene dem Verbraucherschutz nachhaltig, weil der der Kunde die Freiheit hat, aus einer Vielzahl von Vergütungsformen zu wählen.

Der Untergang des klassischen Vertriebs von Versicherungen ist ausgeblieben. Gerade dem hybriden Versicherungsmakler gehört die Zukunft. Kritisch sieht der BDVM ein weiteres Regulierungsvorhaben – den Wechsel der Aufsicht von Finanzanlagenvermittlern mit Erlaubnis nach Paragraf 34f GewO von der IHK/Gewerbeamt zur BaFin. Das beträfe auch Versicherungsmakler, die zudem eine 34f-Zulassung besitzen. Das dürften nach Angaben des AfW-Vermittlerbarometers 2018 rund 64 Prozent der Versicherungsmakler sein.

BaFin sollte nur Guidelines für 34f-Aufsicht vorgeben

In einem noch nicht mit den Regierungsfraktionen abgestimmten internen BMF-Referentenentwurf zum „Finanzanlagenvermittler-Aufsichtsübertragungsgesetz“ wird als Problem die organisatorische Zersplitterung der Aufsicht ausgemacht, die zu Lasten von deren Einheitlichkeit und Qualität gehen kann. Allerdings werden darin keinerlei konkrete Missstände oder Fehlentwicklungen genannt. Das kennt man schon aus der Provisionsdeckel-Diskussion, die bereits zu verringerten Courtageinnahmen führte. Der BDVM schlägt alternativ eine zweigeteilte Kontrolle vor. „Die BaFin sollte nur die Guideline vorgeben“, sagte Jenssen. Zum anderen sollten die IHK professioneller aufgestellt und die teilweise Zuständigkeit von Gewerbeämtern zurückgenommen werden, damit die IHK noch besser als bisher vor Ort agieren können. „Das wäre einheitlich, kostengünstig und auch gut für Makler“, betonte Jenssen. BaFin-Aufsicht in der Fläche dagegen würde enormen zusätzlichen Aufwand bringen.

Quelle: procontra-online

Kommentar verfassen

Latest Flickr Images

maxpool

maxpool zählt mit 5.000 angebundenen Maklern zu den größten unabhängigen Maklerpools. Neben Produkten von über 100 namhaften Gesellschaften bietet maxpool seinen Partnern erstklassige eigene Deckungskonzepte an.

© 2018

maxpool Servicegesellschaft für Finanzdienstleister mbH
Friedrich-Ebert-Damm 143
22047 Hamburg

Telefon: (0 40) 29 99 40-0
Telefax: (0 40) 29 99 40-600

Google Analytics deaktivieren