Neues aus dem maxpool-Leistungsservice: Vorsicht bei Geschenken!

Ohne Anschaffungsbeleg keine Schadenregulierung?

Endlich ist es so weit – der Sommerurlaub in der Türkei steht bevor. Familie L. besucht die Familie von Herrn L., und alle freuen sich auf die gemeinsame Zeit mit der ganzen Familie. Während die Tochter am Strand mit Oma und Opa spielt, klingelt das Handy von Herrn L. Die Polizei informiert ihn, dass bei ihnen zu Hause in Deutschland eingebrochen wurde. Daraufhin reist Herr L. vorzeitig zurück, um alles Nötige zu regeln und informiert seinen Makler B.

Familie L. wohnt in einem Mehrfamilienhaus in der ersten Etage. Die Diebe öffneten zunächst die Hauseingangstürgewaltsam, um sich über die Wohnungstür Zutritt zur Wohnung zu verschaffen, was jedoch nicht gelang. Daraufhin brachen sie die Balkontür auf und konnten so in die Wohnung gelangen. Das Ausmaß des Einbruchs wird Herrn L. schnell deutlich – durchwühlte Schränke, ausgeräumte Schubladen und leere Schmuckschachteln. Die Täter haben sämtlichen Schmuck gestohlen, den Familie L. im Kleiderschrank aufbewahrte. Es wurden auch technische Gerätewie Kameras, Smartphone und eine PlayStation entwendet.

Makler B. unterstützt Herrn L. weitestmöglich, schickt unverzüglich die Schadensanzeige an die Gesellschaft und reicht den Polizeibericht sowie die Stehlgutliste ein. Nach ersten Schätzungen von Herrn L. und Makler B. beläuft sich der Gesamtschaden auf circa 20.000 Euro. Der Versicherer beauftragt einen Gutachter, derzeit nah vor Ort die Einbruchsspuren und den Schaden in Augenschein nimmt. Im Gespräch wird deutlich, dass es keinen Zweifel an einem Einbruch gibt, für die konkrete Ermittlung der Schadenhöhewerden jedoch die Kaufbelege benötigt. Doch das ist bei Familie L. nur bedingt möglich.

Das Ehepaar hat vor drei Jahren geheiratet, und wie es bei türkischen Hochzeiten üblich ist, erhielt das Paar sehr viel Goldschmuck und Münzen. Herr L. übergibt dem Gutachter alle ihm vorliegenden Kaufbelege und weist da­rauf hin, dass es sich bei den meisten Schmuckstücken um Hochzeitsgaben beziehungsweise Geschenke zur Geburt der Tochter handelt und dass daher kei­ne Belege vorliegen. Einige Zeit später der Gesellschaft: Sie beinhaltet eine pauschale Entschädigung in Höhe von 10.000 Euro mit Hinweis auf das Gutach­ten, auf bisherige Erkenntnisse sowie den Vertragsinhalt. An dieser Stelle wird der Leistungsser­vice eingeschaltet. Sowohl der Kunde als auch der Makler sind verärgert über die gekürzte Schadenregulierung sowie die allgemein gehaltene und nicht nachvoll­ziehbare Begründung.

Sissy Wolter vom maxpool ­Leistungsservice stellt die prin­zipielle Rechtslage klar: „Der Kunde ist dazu verpflichtet, anhand von Anschaf­fungsbelegen das Stehlgut beziehungs­weise die Schadenhöhe nachzuweisen. Da gibt es bei Geschenken leider keine Ausnahme.“ Hinzu kommen Sonderre­geln, auf die Sissy Wolter hinweist: „Bei Schmuck oder sonstigen Wertgegen­ständen gibt es meist Einschränkungen in der Höhe der Regulierung bezie­hungsweise Versicherungssumme.“

Eine Prüfung des Bedingungswerks bestätigt den Verdacht: Wertgegenstän­de wie Schmuck und Münzen haben eine Begrenzung von 20 Prozent der Versi­cherungssumme und sind zusätzlich auf eine maximale Entschädigung in Höhe von 20.000 Euro begrenzt, wenn sie nicht in einem abschließbaren Wert­schutzschrank oder Ähnlichem aufbe­wahrt werden. Doch diese Begrenzung begründet keine Kürzung des Schadens um 50 Pro­zent, da sich der Gesamtschaden auf rund 20.000 Euro beläuft und somit die Höchstgrenze für Wertsachen nicht überschritten ist.

Der Leistungsservice prüft die eingereichten Kaufbelege und erstellt eine Übersicht, für welche der gestohlenen Gegenstände ein Nach­weis vorliegt. Für den selbst gekauften Schmuck, Uhren sowie die technischen Geräte liegen Kaufbelege, Garantienach­weise beziehungsweise Kontoauszüge über 4.000 Euro vor. Beim größten Teil des gestohlenen Schmucks und der Münzen handelt es sich indes um Hochzeitsgeschenke. Um auch ohne Kaufbelege nachweisen zu können, dass Familie L. im Besitz des Stehlgutes war, reichen sie entspre­chende Hochzeitsfotos ein. Auf den Bil­dern ist deutlich zu erkennen, dass die Braut Goldschmuck trägt oder dieser ihr von Gästen überreicht wird.

Weiterhin wurden der Gesellschaft bereits diverse türkische Kaufbelege vorgelegt – von den Schmuckstücken, die die Eltern des Bräutigams geschenkt haben. Ein unab­hängiger Juwelier kann den gestohle­nen Schmuck bereits anhand der Kauf­belege und des aktuellen Goldpreises auf circa 12.000 Euro schätzen.

„Auf den türkischen Belegen war kein Kaufpreis verzeichnet, sondern es wurden Anga­ben über die Karathöhe und das Gewicht gemacht“, berichtet Sissy Wolter und insistiert: „Das muss doch ebenfalls als Nachweis anerkannt werden.“ Ein Telefonat mit dem zuständigen Sachbearbeiter bringt leider nicht den gewünschten Erfolg. Er ist der Meinung, dass kein Juwelier anhand eines „Pa­pieres“ den Wert von Schmuckstücken bestimmen könne, und erkennt die Schätzung nicht an.

Auch die Hoch­zeitsfotos würden nicht die Echtheit des Schmucks beweisen. Eine Einsicht des Leistungsservice in das Gutachten ge­stattet der Sachbearbeiter leider nicht, wozu er berechtigt ist: „Die Gutachten werden vom Versicherer beauftragt, so dass es dem Auftraggeber obliegt, ob und wem er Einsicht gewährt“, erläu­tert maxpool­ Syndikusanwältin Yvonne Czernetzki. Die vorliegenden Belege (Gutachten des Juweliers, Kontoauszüge, Kaufbe­lege und Garantieurkunden) weisen einen Schaden in Höhe von 16.000 Euro nach. Die erste Einschätzung der Schadenhöhe erweist sich zwar als zu hoch, dennoch verfasst der Leistungsservice eine umfangreiche Vorstands­beschwerde. Anhand einer detaillierten Übersicht über die entwendeten Gegen­stände wird sehr deutlich, dass für den größten Teil Belege unterschiedlichster Art vorliegen.

Gemäß den Bedingungen ist der Kunde dazu verpflichtet, die vom Versicherer angeforderten Belege beizubringen, deren Beschaffung ihm billigerweise zuzumuten ist. Dieser Ob­liegenheit ist der Kunde im Rahmen seiner Möglichkeiten nachgekommen. Herr L. hat die leeren Schmuckschach­teln fotografiert – diese können anhand der Aufschrift des Juweliers eindeutig den türkischen Kaufbelegen zugeordnet werden.

Weiterhin stellen die Eltern des Herrn L. in Aussicht, eine Stellungnah­me einzureichen, welchen Wert der zur Hochzeit und zur Geburt der Enkelin geschenkte Schmuck hatte, und gege­benenfalls Kontoauszüge einzureichen. Nach einem ausführlichen Gespräch mit dem Vorstand der Gesellschaft und dem Leistungsservice sind sich alle Be­ teiligten einig: Die vorhandenen Be­lege, die Schätzung des Juweliers sowie die Aussagen des Gutachters werden anerkannt, und Familie L. erhält eine Nachvergütung in Höhe von 6.000 Euro. „Auch wenn ein kleiner Teil des Schadens aufgrund fehlender Belege nicht regu­liert wurde, sind der Kunde und wir zu­frieden mit dem Ergebnis“, resümiert Sis­sy Wolter. „Für alle Gegenstände, die mit Belegen unterschiedlichster Art nachge­wiesen wurden, hat der Versicherer die volle Regulierung übernommen.“

Fazit: Wer sich dafür entscheidet, den renommierten maxpool Leistungsservice zu Rate zu ziehen, kann sich auf den Einsatz der maxpool-Experten verlassen und im Gros der Fälle Erfolge erzielen .

Dieser Artikel ist in der poolworld 03/2019 erschienen

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