Erst einmal genau prüfen!

maxpool-Syndikusanwältin Yvonne Czernetzki im Gespräch mit Rechtsanwalt Matthias W. Kroll von Dr. Nietsch & Kroll Rechtsanwälte über die rechtlichen Aspekte des Bestandsverkaufs.

Yvonne Czernetzki: Was können Sie mit Blick auch auf die DKM 2018 aus Ihrer Beratungspraxis über die rechtlichen Herausforderungen eines Bestandsverkaufs berichten?

Matthias W. Kroll: Die rechtlichen Herausforderungen sind ganz unterschiedlich, und zwar je nach der rechtlichen Durchführungsweise, die für den Bestandsverkauf gewählt wird. Es gibt im Rahmen des Verkaufs zwei unterschiedliche Wege, die man beschreiten kann. So kann einerseits ein Bestand im Wege eines Share Deals verkauft werden. Dabei werden Anteile der übertragenden Makler-GmbH auf die Erwerber-GmbH übertragen. In diesem Zusammenhang geht es vornehmlich um steuerrechtliche Fragestellungen, wie die Übertragung der Anteile möglichst steuergünstig vorgenommen werden kann. Beim Asset Deal geht es demgegenüber um die Übertragung des gesamten Maklerunternehmens, wobei natürlich der Bestand im Vordergrund steht. Der Asset Deal ist in aller Regel für kleinere Makler das Mittel der Wahl, wenn das Maklerunternehmen nicht in Form einer GmbH, sondern als Einzelunternehmen geführt wird. Häufig wird dem Einzelmakler geraten, die Einzelunternehmung in eine GmbH umzuwandeln. Mein Rat dazu: Erst einmal genau prüfen, ob dieses Vorgehen so sinnvoll ist.

Y.C.: Gibt es unter Fachleuten eine Art BÜ-Due-Diligence? Was sollte eine solche Checkliste zu einer anstehenden BÜ Ihrer Meinung nach zwingend beinhalten, um als Makler rechtlich auf der sicheren Seite zu sein?

M.W.K.: Wir gehen im Rahmen unserer Beratung so vor, dass zunächst zwischen den Parteien eine Vertraulichkeitsvereinbarung geschlossen wird, die es dem Erwerber ermöglicht, in alle – auch vertraulichen – Dokumente des Veräußerers Einsicht nehmen zu dürfen. Danach übersenden wir dem Veräußerer einen Fragebogen für die Maklerbestands-Veräußerung, in welchem wir bei dem Veräußerer ein detailliertes Unternehmensprofil, die Unternehmensorganisation, die Kundenausrichtung, die Unternehmensstrategie, die Versicherungspartner, die Struktur von Vertrieb und Marketing, wesentliche Unternehmensdaten, den Standort und etwaige Betriebsimmobilien, das Betriebsergebnis, wesentliche Bestandsdaten und Courtageeinnahmen, mögliche Unternehmensperspektiven, den Verkaufsgrund sowie ein Veräußerungsangebot abfragen. Diese Angaben werden sodann detailliert im Hinblick auf Chancen und Risiken bewertet.

Y.C.: Die DSGVO greift seit dem Stichtag der Umsetzung immer mehr Raum. Berührt sie auch eine BÜ?

M.W.K.: Die DSGVO berührt eine BÜ in erheblichem Maße. So spielen datenschutzrechtliche Erwägungen insbesondere bei einem Asset Deal eine grundlegende Rolle. Das war auch schon vor der DSGVO so. Aber gerade durch die DSGVO ist die Sensibilität bei allen Beteiligten enorm angestiegen. Das gilt auch für die Versicherer, die bei einer Übertragung natürlich auch eingebunden werden müssen. Ich kann daher nur jedem Einzelmakler dringend empfehlen, vor einem Bestandsverkauf die „datenschutzrechtlichen Hausaufgaben“ zu machen.

Y.C.: Welche Vorteile bietet aus Ihrer Sicht die Einschaltung eines Pools wie maxpool?

M.W.K.: Der Maklerberuf ist über die letzten Jahre hinweg immer mehr zum Expertenberuf geworden. Größere Vermittler können auf eine eigene Rechtsabteilung, eine eigene Marketingabteilung zurückgreifen. Einzelmaklern ist das nicht möglich. Ein Pool bündelt diese notwendigen Kompetenzen und stellt sie kleineren Einheiten so zur Verfügung, dass diese auch wettbewerbs-fähig sind und bleiben. Deshalb halte ich Pools gerade für kleinere Makler für ausgesprochen wichtig und hilfreich. Sie kennen maxpool als Syndikusanwältin aus Unternehmenssicht. Wo bietet denn maxpool konkret Mehrwerte für Makler, die mit dem Gedanken einer BÜ spielen, sei es um zu wachsen, sei es um zu gründen?

Y.C.: Auch maxpool erreichen immer mehr Anfragen der Makler, die nach einer professionellen Unter-stützung beim Thema BÜ fragen. Hier liefern wir klare Mehrwerte durch ein eigenes BÜ-Konzept. Darunter fallen namentlich die Erfassung eines konkreten oder auch nur angedachten späteren BÜ-Begehrens durch unsere eigene BÜ-Abteilung sowie die weitere Betreuung durch diese. maxpool kennt den Markt und bietet mit seiner BÜ-Abteilung dem Makler die Möglichkeit, Kaufinteressenten aus den circa 7.000 maxpool-Maklern schnell weiterzuvermitteln. Oftmals sind die langjährigen Beziehungen zu unseren Maklern der Schlüssel zur erfolgreichen Sondierung der näher in Betracht kommenden Kaufinteressenten. Um diese ermitteln zu können, spielt der Kaufpreis des Bestands die entscheidende Rolle. Auch hier bietet maxpool durch seine BÜ-Spezialisten wie Marc Casini einen Mehrwert. So kann der Kaufpreis gegebenenfalls durch ein professionelles Wertgutachten seriös ermittelt werden. Sind Verkäufer und Interessent sich einig, kommen unsere BÜ-Formulare zum Einsatz, die auch dem neuesten rechtlichen Standard entsprechen.

M.W.K.: Was halten Sie denjenigen entgegen, die bezüglich Poolinsolvenz und Bestandssicherheit Bedenken haben?

Y.C.: maxpool bietet seinen angebundenen Maklern schon lange eine sichere Bestandsverwaltung an. Die Bestandsdaten der bei uns angebundenen Makler werden auf einem sogenannten Datenanderkonto bei der Kanzlei Michaelis gespeichert. Im Worst Case kann sich der Makler direkt an die Kanzlei wenden und die Herausgabe seiner Bestandsdaten verlangen. Sie sind damit dem Zugriff eines Insolvenzverwalters entzogen und sicher verwahrt. Das Bedürfnis nach Sicherheit der Bestände des Maklers bedient maxpool übrigens schon bei dessen Anbindung. Im neuen Partnervertrag beziehungsweise den AGB dazu ist in Ziffer 11 extra der Kunden- und Bestandsschutz gesondert geregelt. Der maxpool-Makler bleibt Inhaber seiner vermittelten Bestände. Wir sind lediglich deren Verwalter und wirken wie ein Treuhänder. Das garantieren wir sogar schriftlich. Aber auch bei Beendigung der Kooperation erhält der Partner noch mal eine schriftliche Freigabeerklärung von uns.

Autoren: Yvonne Czernetzki (maxpool-Sydikatsanwältin), Matthias W. Kroll (Dr. Nietsch & Kroll Rechtsanwälte)

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