Bald keine Maklercourtage mehr für Immobilienkäufer?

Seit Einführung des Bestellerprinzips im Jahr 2015 für den Bereich der Immobilienvermietung gilt, dass der Vermieter eine eventuelle Maklercourtage zahlen muss. Und das zur Freude der Mieter und zum Leid der Immobilienmakler, denn viele Vermieter nehmen die Vermarktung ihrer Immobilien seitdem selbst in die Hand.

Immobilienkauf und Nebenkosten

Viel härter als 2-3 Monatsmieten trifft es aber aktuell noch die Käufer von Immobilien. Mit 3,57% bis hin zu 7,14% auf den Kaufpreis werden die Erwerber eines Eigenheims für die  Maklercourtage zur Kasse gebeten.  Zusammen mit den Grunderwerbsteuern und den Notargebühren kommen da schnell mal über 10% Nebenkosten zusammen, was bei den aktuellen Immobilienpreisen erst einmal gestemmt werden will.

Das Besteller-Prinzip

Grundsätzlich ist die Maklercourtage in Deutschland frei vereinbar, wobei jedes Bundesland hierzu quasi seine eigenen marktüblichen Regeln hat. Da erscheinen die Unterschiede auf den ersten Blick recht hoch.

Dem ist aber grundsätzlich gar nicht so, denn geringere Courtagen für den Käufer ergeben sich meist aus einer Aufteilung der Gesamt-Courtage auf beide Parteien. Der Anteil des Verkäufers wird dabei nicht selten in den Kaufpreis eingerechnet.  Es ist also auch schon heute möglich und üblich, einen Teil der Maklercourtage durch den „Besteller“ zahlen zu lassen.

Das Thema ist und bleibt seit 2015 brisant, und Medienberichten zu Folge kommt seit dem 26.02.2019 im Rahmen eines neuen Gesetzentwurfes durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) wieder neue Bewegung in die Sache.

Neues Gesetz in Sicht?

Auch für die „Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnimmobilien“ soll die Maklercourtage zukünftig durch den Besteller, also den Verkäufer, verhandelt und getragen werden. Der Vorschlag für ein neues Gesetz wird derzeit bereits kontrovers diskutiert und auch Alternativen wie eine grundsätzliche und bundesweit einheitliche Provisionsteilung wird insbesondere von großen Immobilienmaklern in den Fokus gerückt.

Es wird ganz sicher noch Zeit vergehen, bis ein – wie auch immer gestaltetes – Ergebnis in Kraft treten könnte, denn es gilt, viele Instanzen zu durchlaufen. Nach Angaben des Tagesspiegels haben die beteiligten Ministerien bis Anfang März Zeit, um zum Entwurf des BMJV Stellung zu nehmen. Anschließend könnte – wie von den verschiedenen Ministerien vereinbart – eine offizielle Verbändeanhörung und die Teilnahme der Länder erfolgen. So lange darf diskutiert und Position bezogen werden. Denn je nachdem, ob man Käufer, Verkäufer oder Makler ist, die Interessen gehen sicher deutlich auseinander.

Autor: Maren Straatmann, Abteilungsleitung Finanzierung

Kommentar verfassen

Latest Flickr Images

maxpool

maxpool zählt mit 5.000 angebundenen Maklern zu den größten unabhängigen Maklerpools. Neben Produkten von über 100 namhaften Gesellschaften bietet maxpool seinen Partnern erstklassige eigene Deckungskonzepte an.

© 2018

maxpool Servicegesellschaft für Finanzdienstleister mbH
Friedrich-Ebert-Damm 143
22047 Hamburg

Telefon: (0 40) 29 99 40-0
Telefax: (0 40) 29 99 40-600

Google Analytics deaktivieren