Gut zu wissen: Nachbarrechtlicher Ausgleichsanspruch nach Brand durch Reparaturarbeiten eines beauftragten Handwerkers

Ein aktuelles BGH-Urteil weckt derzeit das Interesse vieler Makler und deren Kunden.

Ein Dachdecker hatte im Auftrag des Grundstückseigentümers (A) Reparaturarbeiten in Form von Heißklebearbeiten am Dach vorgenommen. Dabei verursachte der Handwerker ein Glutnest unter den aufgeschweißten Bahnen, das sich zu einem Brand entwickelte.

Die Feuerwehr konnte das Haus leider nicht retten – es brannte vollständig nieder. Durch den Brand und die Löscharbeiten wurde das direkt angrenzende Haus der Nachbarin (B) erheblich beschädigt und verursachte einen Schaden in Höhe von knapp 100.000 Euro.

Der Gebäudeversicherer des Nachbarn (B) hat den entstanden Schaden zunächst ersetzt und verlangt nun Ersatz vom Grundstückseigentümer (A). Der Dachdecker kann aufgrund eines eröffneten Verbraucherinsolvenzverfahrens nicht in Regress genommen werden.

Sowohl das Landgericht als auch das Oberlandesgericht hatten die Klage bereits abgewiesen und begründeten dies mit der sorgfältigen Auswahl des Handwerkers. Der BGH hat allerdings jüngst entschieden, dass doch ein verschuldensunabhängiger nachbarrechtlicher Ausgleichsanspruch besteht und verweist auf § 906 (2) BGB in Verbindung mit § 86 (1) VVG in entsprechender Anwendung.

Nach Ansicht des BGH war der Grundstückseigentümer (A) Störer im Sinne von § 1004 (1) BGB. Entscheidend ist dabei nach Ansicht des BGH, ob es Sachgründe gibt, dem Grundstückseigentümer die Verantwortung für ein Geschehen aufzuerlegen.  Auch wenn im konkreten Fall der Grundstückseigentümer (A) nicht vorbeugend tätig werden konnte, beruht der Schaden auf Umständen, auf die grundsätzlich nur der Grundstückseigentümer (A) Einfluss nehmen konnte.

Nach Ausführungen des BGH hat der Grundstückseigentümer (A) die Dacharbeiten beauftragt und somit eine Gefahrenquelle geschaffen, welche in ihrem Einflussbereich zuzurechnen sei. Dementsprechend ist der Grundstückseigentümer (A) verantwortlich für den entstandenen Schaden am Nachbargebäude. Das OLG muss nun entscheiden, wie viel dieser bzw. seine Versicherung zu zahlen hat.

Quelle: (becklink 2009045, beck-online)

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