Alternative Heilverfahren: Heilsam oder Humbug?

Über ihre Wirkung wird erbittert gestritten, doch die Nachfrage steigt und steigt: Alternative Heilverfahren und Naturheilmittel sind enorm beliebt. KV-Makler sollten einige Grundkenntnisse haben – und attraktive Zusatzpolicen anbieten.

Durch die Ärzteschaft geht ein Riss. Er teilt die Heilkundigen in Schul- und Alternativmediziner. Auch wenn die Grenze in den letzten Jahren etwas verwischt, da sich mehr und mehr Schulmediziner öffnen, ist die Ablehnung auf beiden Seiten noch immer groß. „Humbug“, „Hokuspokus“ und
„Scharlatanerie“ rufen die streng wissenschaftlich ausgerichteten Vertreter den Alternativen zu. „Chemiekeule“, „Büttel der Pharmaindustrie“ und „Scheuklappen“ schallt es zurück. Die Patienten lassen sich davon nicht beirren und probieren immer mehr der unzähligen Alternativangebote aus – ohne die Schulmedizin deshalb gleich zu verdammen. Laut einer Allensbach-Umfrage haben weit mehr als die Hälfte der Deutschen bereits Bekanntschaft mit der Homöopathie gemacht. Und entgegen den wissenschaftlichen Studien attestieren ihr neun von zehn Anwendern einen merklichen Effekt. Insgesamt sind es 86 Prozent der Patienten, die schon mal Naturheilmittel angewendet haben (Quelle: TNS Infratest, 2015). Mit dieser Nachfrage wächst auch die Bedeutung von Alternativmedizin bei der Auswahl einer (Zusatz-)Versicherung. Die gesetzlichen Kassen übernehmen zwar die eine oder andere Leistung aus diesem Spektrum, doch es gibt so einige Begrenzungen. Beispielsweise einen Kostendeckel von 100 Euro pro Jahr, eine kaum nennenswerte Summe. Oder die Bedingung, dass die Behandler zugelassene Schulmediziner mit entsprechender Zusatzausbildung sein müssen. Oder auch der wissenschaftliche Wirksamkeitsnachweis. Wer mehr als nur mal „reinschnuppern“ möchte, muss häufig selbst zahlen – wenn er nicht eine private Krankenzusatzversicherung abgeschlossen hat. Die gibt es mittlerweile auch im Bereich Alternativmedizin zuhauf. Makler, die auf diesem Wachstumsfeld ebenfalls aktiv werden wollen, sollten von den gefragtesten Naturheilmethoden schon mal gehört haben. Im Folgenden werden die wichtigen in Kürze vorgestellt.

Homöopathie
„Gleiches mit Gleichem heilen“, so lässt sich das Grundprinzip der Homöopathie zusammenfassen. Man verabreicht Substanzen, die eigentlich krank machen, in extrem verdünnter Form. Damit sollen
ähnliche Symptome bekämpft werden. Einen eindeutigen wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis gibt es bislang nicht, obwohl zahlreiche Studien dazu durchgeführt wurden. Gegner wie Befürworter bezweifeln jeweils die Seriosität der Studien, die nicht ihre Meinung widerspiegeln. In Umfragen wird, wie oben beschrieben, die Wirksamkeit vielfach bestätigt – nach Meinung der Kritiker wegen eines Placebo-Effekts. Erdacht wurde die Homöopathie vom deutschen Arzt Samuel Hahnemann vor über 200 Jahren. Die Medikamente werden zumeist in Form von Tropfen, Tabletten, Salben, vor allem aber von kleinen Zuckerkügelchen, den sogenannten Globuli, verabreicht.

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Im Vergleich mit der TCM sieht die Homöopathie aus wie eine neuere Mode: Auf gute zwei Jahrtausende Geschichte blickt die fernöstliche Heilslehre zurück. Sie wird außer in China auch in Japan, Vietnam, Korea und weiteren ostasiatischen Regionen praktiziert. Und seit einigen Jahrzehnten auch in Deutschland. Grundlage der TCM ist die Vorstellung der Lebensenergie Qi, die unseren Körper durchströmt. Kommt dieser Strom aus dem Gleichgewicht, äußert sich das in Krankheitssymptomen. Ein Therapeut sucht also nach der Ursache der Störung und behebt sie. Zum Beispiel mit feinen Nadeln, die an bestimmten Punkten auf den Meridianen (Qi-Leitbahnen) gesetzt werden. Dieses Verfahren, Akupunktur genannt, ist das in der westlichen Welt bekannteste aus der TCM, die aber auch zahlreiche Medikamente umfasst. Zudem gehören zum TCM-Komplex Bewegungsübungen wie Qigong und Massagetechniken wie Shiatsu.

Osteopathie/Chiropraktik
Die Osteopathie fußt auf der Kraft und kundigen Führung der Hände des Behandlers, weswegen sie oft auch Manuelle Medizin und bisweilen Chiropraktik genannt wird. Wenngleich alle diese Diagnose- und Therapiemethoden ohne medikamentöse und invasive Techniken auskommen, sind sie nicht deckungsgleich. Die Osteopathie wurde um die vorletzte Jahrhundertwende maßgeblich vom US-Arzt Andrew Taylor Still entwickelt. Ihr liegt die Vorstellung zugrunde, dass die Strukturen im menschlichen Körper in funktioneller Wechselwirkung zueinander stehen. Dabei folgen sie eigenen Rhythmen. Zur Heilung werden besondere Griffe angewendet, die nicht nur auf die unmittelbar behandelten Muskeln, sondern auch auf den Blutdruck und den Lymphfluss einwirken. Chiropraktiker dagegen setzen mit ihren Händen an der Wirbelsäule an, um dort Blockierungen zu beheben.

Ayurveda
Wie die Chinesen beziehungsweise Ostasiaten, so haben auch die Inder eine traditionsreiche Heilslehre herausgebildet. Ayurveda vereinigt unzählige Verfahren zur Befunderhebung und Heilung, von denen im Westen vor allem die eher Wellness-orientierten bekannt sind: Massagen, Wärmebehandlungen,
Bäder oder Entspannungstechniken. Auch mineralische und pflanzliche Medikamente nach dem Ayurveda-Prinzip sind erhältlich.

Weitere Schulen
Diese Liste ließe sich über viele Seiten fortsetzen, doch Sie müssen ja nicht gleich zur Alternativmedizin-Koryphäe werden. Nennenswert nachgefragt werden noch die Kinesiologie (ein diagnostisches Verfahren, das an den Muskeln innere Erkrankungen „abliest“), Hydrotherapien (die auf die heilsame Wirkung
des Wassers bauen), Aromatherapien (die mit pflanzlichen ätherischen Ölen arbeiten) oder auch das seit Jahrhunderten praktizierte Schröpfen und Aderlassen. Dieser kleine Überblick hilft Ihnen vielleicht in der KV-Beratung, wenn es um Alternativmedizin geht. Darüber hinaus stehen Ihnen natürlich immer auch die KV-Experten von maxpool für alle Fragen zur Verfügung.

Gut zu wissen

Das Angebot der alternativen Heilmethoden ist bei uns mittlerweile groß und wenig transparent. Nicht immer übenehmen die Krankenkassen die Kosten, und das auch zu Recht, wenn es sich um Scharlatanerie handeln könnte. Hier ein Überblick, wo Skepsis geboten ist:

  • Werden etwa 100 Prozent Heilung bei null Nebenwirkungen versprochen, ist Vorsicht angebracht.
  • Wird ein Verfahren mit anekdotischen Erfolgsmeldungen angepriesen, so ist dies nicht aussagekräftig.
  • Wenn eine Methode oder ein Mittel gegen fast alle Arten von Beschwerden helfen soll, ist davon auszugehen, dass es nicht seriös ist.
  • Bei schweren Erkrankungen, bei denen der Arzt dringend einen operativen Eingriff vorsieht (wie etwa Krebs), ist es gefährlich, sich auf Heilungswege abseits der Schulmedizin zu verlassen.
  • Von Selbstmedikation ist insgesamt abzuraten. Zwar wird der Patient schulmedizinisch stets versorgt, auch wenn er sich selbst Schaden zugefügt hat. Aber diesem gilt es natürlich vorzubeugen. Daher lohnt es sich, alle Behandlungen zumindest mit dem Arzt zu besprechen.
  • Vorsicht ist geboten, wenn die Anwender der alternativen Methode die Zusammenarbeit mit der Schulmedizin grundsätzlich ablehnen.
  • Wichtig ist, dass das Vorgehen transparent ist. Welche Ziele sollen mit welchen Methoden erreicht werden?

 

Das Produktportfolio von maxpool enthält Tarife, die die Kosten für alternative Heilmethoden übernehmen. Um welche Tarife es sich dabei handelt, erfahren Vertriebspartner beim Vorsorge-Management KV telefonisch unter (040) 29 99 40-370 oder per E-Mail.

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